Atlas Geographus 1711−1717 - Herman Moll
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Herman(n) Moll (* vermutlich 1654; † 22. September 1732 in London) war ein britischer Kupferstecher, Kartograph und Verleger.Bekannt wurde Moll für seine zahlreichen, zumeist aufwändig gestalteten Kartendarstellungen Europas und Amerikas. Daneben stellte er auch Karten für Daniel Defoes Robinson Crusoe und Jonathan SwiftsGullivers Reisen her. Molls Karten zeichnen sich vor allem durch die Klarheit in ihrer Darstellung und die bisweilen prachtvolle Gestaltung ihrer Titelkartuschen aus. In seinem Gesamtwerk sind die fünfbändige Ausgabe des „Atlas Geographus“ (1711−1717) und der „Atlas Minor“ (1719) hervorzuheben, die beide in mehreren Auflagen erschienen.Herman Molls genaue Herkunft ist unbekannt. Aufgrund der überragenden Bedeutung der niederländischen Kartographie im 17. Jahrhundert und der Tatsache, dass er in seinen späten Jahren eine Reise durch die Niederlande unternahm, nahm man lange Zeit an, er stamme aus Amsterdam oder Rotterdam. Sein im Original überliefertes Testament, in dem er seinen gesamten Besitz „im Königreich Großbritannien, in Deutschland oder anderswo“ an seine Tochter Henderina Amelia Moll vermachte und die Tatsache, dass der Name „Moll“ nicht nur im niederländischen, sondern auch im norddeutschen Raum verbreitet war, legen jedoch eher eine deutsche Herkunft nahe. Sein Biograph Dennis Reinhartz vermutet, dass Moll aus Bremen stammte.Nach anderen Angaben wurde er in Solingengeboren. Als Geburtsjahr wird gemeinhin das Jahr 1654 angenommen.Erste Jahre in London[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten].Obwohl Moll bereits 1717 in einer Rezension zum Thesaurus Geographicus von John Green für seine fehlerhafte Darstellung Kaliforniens als Insel kritisiert worden war, taucht dieser Fehler in seinem 1719 veröffentlichten Atlas Minor noch immer auf (Ausschnitt aus der Karte A new map of the whole world).Seit 1678 ist Molls Aufenthalt in London nachweisbar, doch ist über seine ersten Jahre dort nur wenig bekannt. Moll arbeitete zunächst als Kupferstecher für Verleger wie Moses Pitt, Sir Jonas Moore, Greenville Collins, John Adair, Seller & Price und andere. Seine wahrscheinlich ersten Karten mit den schlichten Titeln „America“ und „Europe“ erschienen in Moores A New Systeme of the Mathematicks containing … A New Geography im Jahr 1681 und tragen den Imprint „H. Mol schulp“.Vermutlich verkaufte Moll seine ersten eigenen Karten von einem Verkaufsstand aus, den er an wechselnden Plätzen in London aufbaute. Ab 1688 besaß er einen eigenen Laden bei Vanley’s Court im Londoner Stadtteil Blackfriars. Zwischen 1691 und 1710 befand sich sein Geschäft an der Ecke Spring Garden und Charing Cross, bevor er schließlich an die entlang der Themse verlaufende Straße Strand wechselte, wo er bis zu seinem Tode blieb.In den 1690er Jahren arbeitete Moll vorwiegend als Kupferstecher für Christopher Browne, Robert Morden und Lea, an deren Geschäften er auch beteiligt war. In diese Zeit fällt auch sein erstes größeres eigenständiges Werk, der 1695 erschienene Thesaurus Geographicus. Der Erfolg dieser Arbeit bekräftigte Moll vermutlich in seiner Entscheidung, einen eigenen Kartenverlag zu gründen.Im Jahr 1701 erschien mit A System of Geography das erste Kartenwerk, das Moll in seinem eigenen Verlag veröffentlichte. Obwohl es keine grundlegenden Neuerungen in der Darstellung enthielt, half es ihm, sich als selbständiger Kartograph durchzusetzen. Über die Jahre wurden das Werk selbst sowie einzelne Karten daraus von Moll wie auch von anderen Verlegern immer wieder kopiert und neu aufgelegt.Nachdem er in den folgenden Jahren mehrere Bände mit Kriegskarten herausgebracht hatte, veröffentlichte Moll 1708 mit Fifty-Six new and accurate Maps of Great Britain einen Band mit Karten der Britischen Inseln. Ein Jahr später erschienen The Compleat Geographer und der Atlas Manuale. Während der Compleat Geographer eine nur wenig innovative Erweiterung von A System of Geography darstellte, ragte der Atlas Manuale schon aufgrund seines kleinen Formats aus der Atlantenproduktion des frühen achtzehnten Jahrhunderts heraus. Seine zweiundvierzig einfarbig gestalteten Karten erschienen ohne den üblichen Textapparat und bestachen durch ihre Klarheit und Übersichtlichkeit. Durch den Verzicht auf Farben konnte Moll seinen Atlas deutlich günstiger produzieren als vergleichbare Werke und so durchlief der Atlas Manuale innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Neuauflagen.Zwei Jahre später gab er seinen Atlas Geographus heraus, der in monatlichen Lieferungen von 1711 bis 1717 erschien und schließlich fünf Bände umfasste. Dieser enthielt eine vollständige geographische Darstellung der Welt in farbigen Karten, sowie zusätzliche – nicht von Moll stammende – Illustrationen. Zu Molls Subskribenten gehörten Buchhändler und Verleger aus London, aber auch bereits aus einer Reihe anderer englischer Städte. Wie schon A System of Geography wurde auch der Atlas Geographus eifrig kopiert und nachgeahmt.Ab 1710 begann Moll mit der Herstellung kunstfertig gearbeiteter Taschengloben. Es handelte sich dabei jeweils um ein Globenpaar, wobei der größere, aufklappbare Himmelsglobus einen kleineren Erdglobus umschloss. Auf letzterem war auch wieder die Route der Weltumseglung Dampiers eingezeichnet. Diese Globen sind heute sehr selten und stellen unter den im Original überlieferten Arbeiten Molls eine große Rarität dar (eine Abbildung von Molls Taschenglobus siehe unter Weblinks).