Die heilige Brabeskirche zu Jerusalem, 1898r. - Carl Mommert
Carl Mommert (* 7. August 1840 in Krehlau, Niederschlesien, heute Krzelów, Gemeinde Wińsko, Polen; † um 1910) war ein katholischer Theologe und Pfarrer, der als Vertreter des Antisemitismus im 19. Jahrhundert gilt.
Familie und Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Carl Mommert war das erste von zwölf Kindern und wuchs zunächst auf dem elterlichen Gutshof in Krehlau/Niederschlesien auf. 1848 nahm ihn sein gleichnamiger Onkel bei sich auf, der seit 1844 eine Pfarrstelle in Ullersdorf hatte. Dort erhielt Carl Mommert zuerst Privatunterricht von einem Adjutanten und besuchte dann ab 1852 das Gymnasium in Sagan. 1859 wechselte er auf das Gymnasium in Glogau.[1] Dass er keineswegs der beste Schüler war, beweist sein Abgangszeugnis vor dem Schulwechsel:[2]
„Bei nicht hinreichendem in der Mathematik und im Griechischen geringem Fleiße und regelmäßigem Schulbesuche hat er den Anforderungen der Unter-Sekunda in nachstehender Art entsprochen: a) In Sprachen: Im Deutschen, Lateinischen und Hebräischen waren seine Leistungen nicht hinreichend, im Griechischen und Französischen gering. b) In den Wissenschaften: In der Religion und Geschichte entsprach er den Anforderungen hinreichend, in der Physik nicht hinreichend; in der Mathematik waren seine Leistungen gering. c) In technischen Fertigkeiten und Künsten: Im Zeichnen und Turnen konnte ihm das Prädikat »vorzüglich« gegeben werden.“
Sein Reifezeugnis erhielt er 1862 im Alter von 22 Jahren.[3]
Studium und religiöses Erweckungserlebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Anschließend stellte sich ihm die Berufsfrage. Dazu äußert Carl Mommert in seinen Lebenserinnerungen: „Soldat würde ich gern geworden sein, aber dazu waren meine Zivilverhältnisse nicht angetan, und dieser Stand war darum für mich stets nur ein Gegenstand platonischer Liebe geblieben“.[4] Sodann entschloss er sich, Jura zu studieren, denn damit ließ sich sein Berufsziel verwirklichen: „So ein Steuer-Oberkontrolleur, der in seinem Wagen umherfährt und die Schnapsbrennereien und Bierbrauereien revidiert“.[3] Dazu kam es aber nicht, denn durch ein Versehen schrieb er sich an der Universität Breslau für katholische Theologie ein. Zu Beginn seines Studiums widmete er sich eher dem 'Studentenleben': Er trat der katholischen Studentenverbindung Winfridia bei und war „auf dem besten Wege, das Biertrinken und das Tanzen, zwei wichtige, mir aber bis dahin noch völlig neue Künste gründlich zu erlernen, obwohl mir beide ganz und gar unsympathisch waren“.[5] Eine Einschätzung, die sich wohl am ehesten durch den priesterlichen Stand erklären lässt, den Carl Mommert beim Abfassen der Erinnerungen innehatte. 1864 erkrankte er dann so schwer an Typhus, dass er bereits die Krankensalbung erhielt.[5] Seine Genesung empfand er als religiöses Erweckungserlebnis und beschloss, sich aufrichtig „dem geistlichen Stande zu widmen“.[6] 1866 absolvierte er das Konkurs-Examen und wegen des Deutschen Krieges 1866 erhielt er bereits kurz darauf „die Tonsur und die vier niederen Weihen, und am 8. Juli desselben Jahres auch schon die hl. Subdiakonatsweihe“.[7] Seine erste Predigt hielt Carl Mommert am Sonntag nach Bartholomäus 1866 bei seinem Onkel in Ullersdorf.[8]
Katholischer Pfarrer im „Kulturkampf“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Carl Mommert, der später eine eigene Pfarrei in Schweidnitz hatte, war stets überzeugt, die richtige Berufswahl getroffen zu haben und verteidigte seinen Stand und seine Ansichten als katholischer Pfarrer auch vehement im so genannten Kulturkampf, der schon vorher schwelte, aber nach der Reichsgründung 1871 vollends zum Ausbruch kam. Mommert behauptete in seinen Lebenserinnerungen, dass er „im Kulturkampfe in den ersten Reihen tapfer mitgekämpft“[9] habe, wenngleich seine Berichte natürlich vor allem um adäquate Selbstdarstellung bemüht wirken. Doch Carl Mommert war keineswegs ein Unschuldslamm. Er hatte „nicht nur eine 14-tägige Gefängnis-Strafe abzusitzen, sondern [war] auch eingestandenermaßen reizbar, nervös und grob“.[10]
Reisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Bereits während des Studiums, vor allem aber danach reiste Carl Mommert sehr viel. Er besuchte nicht nur Italien, Österreich und die Schweiz, sondern reiste sogar zur Weltausstellung 1878 in Paris.[11] Sein bevorzugtes Reiseziel aber war Jerusalem. Carl Mommert gehörte dem Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem an und die Deutsche Morgenländische Gesellschaft hatte ihn ebenfalls zum Mitglied.[12] Das Interesse an der heiligen Stadt arbeitete er in zahlreichen Publikationen auf.
Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Das Todesdatum Carl Mommerts ist unbekannt. Da seine letzte deutschsprachige Publikation 1910 erschien, muss er um dieses Jahr herum verstorben sein.